Aufgelesen
„Die Solaranlage ist ein Finanzprodukt“
Die WirtschaftsWoche (WiWo) hat eine Spur des deutschen Photovoltaik-Booms in einem ausführlichen Artikel verfolgt. Zum Thema „Hochzins-Anlage auf dem Dach“ hat das Wirtschaftsblatt herausgefunden, dass es der hiesigen Solargemeinde nicht nur um den Beitrag zum Umweltschutz geht.
Die 7.500 Megawatt Solarstromleistung, die auf Deutschlands Dächern und Industriebrachen installiert wurden, machen das Jahr 2011 zum bisherigen Rekordjahr in Sachen Photovoltaik.
Hinter dem Boom stünden „weit überwiegend finanzielle Motive“, so die WiWo. Klimaschutz sei bei der Entscheidung für eine Solaranlage auf dem Dach zweitrangig, wie eine Untersuchung des Zentrums für Solarmarktforschung (ZSF) in Berlin ergeben habe.
Jetzt kommt’s: Die wichtigsten Vertriebspartner für Solaranlagen seien gar nicht die Photovoltaik-Handelsunternehmen und Solarteure, sondern Banken und Sparkassen, so das Blatt. „Die Solaranlage ist ein Finanzprodukt“, wird ZSF-Chef Wolfgang Hummel zitiert.
Sowohl die niedrigen Kreditzinsen machten die Investition schmackhaft, als auch die sinkenden Preise für die Anlagen. Die Rendite sei jedoch das Hauptmotiv bei der Kaufentscheidung. Schließlich kommen – je nach Berechnung, Eigenkapitalanteil und letztlich auch Anlagen-Qualität – oft mehr als 7 Prozent Rendite aus dem Investment auf dem Dach.
Independence meint: Tatsächlich geht’s vielen Solarpionieren auch ums Geld. Aber warum auch nicht? Ob Banken und Sparkassen tatsächlich mehr Solaranlagen verkauft haben, als die dafür zuständigen Solar-Unternehmen, ist zwar höchst unwahrscheinlich. Und auch die vermutlich wichtigste Finanz-Truppe auf dem Weg zum eigenen Strom wurde unterschlagen – die Steuerberater. Aber die WiWo-Spur ist heiß.