Atomausstieg
Amtliche Abfuhr für Kohlestrom
Weniger Kernenergie, mehr Kohlestrom, mehr klimaschädliches CO2 – so oder so ähnlich argumentieren mitunter Atomkraftbefürworter unter dem Vorwand des Klimaschutzes. Doch der Präsident des Umweltbundesamts (UBA), Jochen Flasbarth, hat diese Argumentation entkräftet.
Es ist amtlich: Ein schneller Atomausstieg schadet nicht dem Klimaschutz. Zwar werde in Deutschland mit dem Atommoratorium derzeit mehr Kohle verbrannt, so Flasbarth. Aber eine EU-weite Emissionsgrenze sorge dafür, dass die Differenz über den Handel mit Zertifikaten ausgeglichen werde.
Damit widerspricht der UBA-Präsident Ausstiegskritikern. Längere Laufzeiten für weniger Klimaschäden – diese Logik sei “schlicht falsch”, sagte Flasbarth. Da sich für den Atomausstieg ein politischer Konsens anbahne, sollten jetzt die Weichen auch auf den Kohleausstieg gestellt werden.
Hintergrund: Die Stromerzeugung mit Kohle galt in Deutschland bereits als Auslaufmodell, dann kam die Atomwende der Regierung und die Suche nach bewährten Alternativen begann. Tatsächlich lässt sich mit Kohle noch immer günstiger Strom erzeugen – China produziert so immerhin mehr als die Hälfte seines Bedarfs.
Und auch hierzulande flackerte ein Silberstreif am Kohle-Horizont – die Verpressung des Klimakillers CO2 im Boden. Doch wie es aussieht, bleiben die Orte rar, an denen man solche CO2-Endlager bauen könnte. Daher riet Flasbarth auch davon ab, neue Kraftwerke dieser Art zu bauen.
Ein Kommentar zum Emissionshandel: http://nennenswertes.de/post/4981804568/das-problem-mit-dem-emissionshandel