Strompreisanteil
EEG-Umlage soll endlich wieder steigen
Wir sind noch lange nicht bei 100 Prozent Anteil am Strompreis: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat die Zahlen der Netzbetreiber ausgewertet und kommt zu dem Schluss, dass die Umlage für Ökostrom, derzeit bei 3,5 Cent je Kilowattstunde, entgegen der Ankündigungen der Bundesregierung im kommenden Jahr steigen soll.
In der entsprechenden Glosse kommentiert die FAZ den Vorgang als „Okay“, argumentiert aber auch für eine weitere Anpassung des Fördersystems für erneuerbare Energien an Marktmechanismen.
Jedenfalls gibt es kaum einen Betrag von 3,5 Cent, der die Energiedebatte so stark beschäftigt wie die Umlage für Ökostrom. Die knallharten Verfechter der erneuerbaren Energien sagen schon seit langem, dass der Anteil am Strompreis am besten bei 100 Prozent läge. Das sei schließlich das Ziel der Energiewende. Die Verteidiger eines vermeintlich billigen Strompreises, unter anderem die Verbraucherschützer, empfinden die EEG-Umlage als ungerecht.
Die Umlage wird durch das Gesetz zur Förderung der erneuerbaren Energien (EEG) legitimiert. Das EEG belohnt jene mit einer Vergütung, die in saubere Stromerzeugung investieren. Je mehr Menschen das tun, desto höher steigen Ökostrom-Anteil und damit die zu vergütende Strommenge.
Und genau jenes Szenario deutet sich an. Nachdem die EEG-Umlage für das laufende Jahr deutlich zu hoch angesetzt wurde, wird es wohl nicht ausreichen, sie 2012 auf dem derzeitigen Niveau zu belassen. Beides beruht auf schlichten Rechenfehlern der Bundesregierung bzw. der Bundesnetzagentur.
Um die Defizite auszugleichen, ist eine Erhöhung der EEG-Umlage um 10 Prozent im Gespräch – also 10 Prozent von den 3,5 Cent. Der Strompreis für Verbraucher liegt im bundesweiten Schnitt bei deutlich über 20 Cent je Kilowattstunde mit einem Steueranteil von ca. 40 Prozent. Beides sind Spitzenwerte im europäischen Vergleich. Teureren Strom und mehr Steuern gibt’s nur in Dänemark.