US-Studie
Erderwärmung setzt weiteres CO2 frei
US-Forscher der University of Colorado haben berechnet, dass im Jahr 2200 bis zu zwei Drittel der Permafrostböden der Welt geschmolzen sein werden. Das hätte verheerende Folgen für den CO2-Gehalt in der Atmosphäre.
Durch die Schmelze der Böden würden zusätzlich 130 bis 250 Milliarden Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 in die Atmosphäre gelangen, so die Forscher. Das entspreche einem Fünftel der Menge, die sich heute in der Atmosphäre befinde.
Die neuen Erkenntnisse, so die Forscher, müssten in die internationalen Klimaziele einbezogen werden. Es sei sowieso schon schwierig genug, die CO2-Emissionen zu senken, sagte Studienleiter Professor Kevin Schaefer.
Hintergrund: Permafrostböden sind Flächen, die bislang ganzjährig gefroren sind. In den Böden ist seit der Eiszeit pflanzliches Material gebunden. Zerfallen die Pflanzenüberreste durch das Abtauen der Böden, wird das gebundene Kohlendioxid freigesetzt.
Für die Studie haben die Forscher eine Modellrechnung für den Zerfall pflanzlichen Materials angestellt. Dabei sind sie davon ausgegangen, dass die weltweite Durchschnittstemperatur um zwei bis drei Grad Celsius steigt. Das entspricht den gängigen Annahmen.
Die deutschen Forscherkollegen vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht zeigten sich unlängst pessimistisch, dass die Erderwärmung unter der Grenze von zwei Grad bleiben werde. Dafür gebe es zu große Defizite unter anderem in den Bereichen Politik, Energie und Mobilität.