Immobilien-Studie
Finanzierer hinken bei Nachhaltigkeit hinterher
Unternehmen packen das Thema auf die Vorstands-Agenda. Mieter nehmen es selbst in die Hand. Aber Banken und Kreditinstitute haben bei der Finanzierung von nachhaltigem Immobilienbestand noch Nachholbedarf. Das haben die Unternehmensberater von Ernst & Young herausgefunden.
Die Nachhaltigkeit von Immobilien wird in Deutschland gegenwärtig maßgeblich vom Nutzer vorangetrieben – so die Zusammenfassung der Ergebnisse einer Umfrage von Ernst & Young Real Estate.
Demnach wird das Thema Nachhaltigkeit bereits in neun von zehn Unternehmen auf Vorstands- oder Geschäftsführerebene behandelt. Für rund drei Viertel der befragten Immobiliennutzer ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Teil der Unternehmensstrategie. Die Mieter forcieren in Eigenregie die Entwicklung nachhaltiger Immobilien.
Banken und Kreditinstitute beispielsweise berücksichtigten beim Ermitteln des Beleihungswerts zwar durchaus auch Nachhaltigkeitsaspekte. Aber: Viele Wertparameter fließen hier nach Meinung der befragten Banken, Investoren und Projektentwickler allenfalls mit mittelmäßigem Gewicht ein. Und nur wenige Kreditinstitute in Deutschland gewährten Risikoabschläge bei den Kreditkonditionen für nachhaltige Immobilien.
Europaweit hingegen gebe es bereits diverse Institute, die nachhaltige Aspekte durch Sonderkonditionen bei der Kreditvergabe förderten. Weltweit hätten sich immerhin mehr als 160 Finanzdienstleister einem gemeinsamen Leitfaden zum Umgang von Banken mit Nachhaltigkeitszielen verpflichtet.
Auch Investoren und Projektentwickler sehen nachhaltige Immobilien bei Kreditentscheidungen in Deutschland nicht zwangsläufig als Vorteil. Nur rund 50 Prozent der befragten Investoren sehen beispielsweise einen indirekten oder direkten Einfluss des Rohstoffverbrauchs einer Immobilie auf die Kreditentscheidung, bei den Projektentwicklern sind es sogar nur 17 Prozent.
Für die nicht repräsentative Studie wurden rund je 40 in Deutschland ansässige Unternehmen und Institute, Projektentwickler, Banken und Investoren befragt. Die ausführliche Meldung von Ernst & Young finden Sie auch hier.