Studie
GWS entschärft Strompreis-Spekulation
Das Wirtschaftsinstitut GWS hat im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums in die Zukunft geschaut. Bis 2030 soll demnach der Handelspreis für Strom je Kilowattstunde um lediglich 1 Cent steigen.
Die Erzeugerkosten in der Berechnung liegen insgesamt 16,4 Milliarden Euro über dem derzeitigen Stand. Klingt viel, ist aber in der Summe eine quasi vernachlässigbare Größe.
Die GWS zogen mehrere Effekte in Betracht. 26,8 Milliarden Euro würden beispielsweise eingespart, weil Atomkraftwerke stillgelegt würden. Die Stromerzeugungskosten hingegen würden stärker schwanken als bisher, weil die Atomstromkapazitäten durch Gas- und Kohlekraftwerke ersetzt würden.
Die Investitionskosten dafür belasteten die Bilanz. Zudem erwarten die Forscher, dass die Preise für Kohlendioxid-Zertifikate steigen. Ebenfalls interessant: Durch die verschiedenen Effekte werde die so genannte Netzparität schneller erreicht.
Die Netzparität bezeichnet den Punkt, an dem die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien auf das Niveau von fossil erzeugtem Strom sinken. Die Erwartungen dazu schlugen schon in der Vergangenheit hoch. In der einen oder anderen Modellrechnung wurde beispielsweise prognostiziert, dass Solarstrom bereits 2013 billiger herzustellen sei, als der normale Strompreis für Privathaushalte zu Buche schlägt.