Solarpreis 2011
Mehr Lob, weniger Politik
Im letzten Jahr stand die Verleihung des Deutschen Solarpreises noch ganz im Zeichen der politischen Großwetterlage. Dieses Jahr konzentrierte man sich auf die Preisträger und ihre Vorbildfunktion.
Die Preisträger standen bereits vor der feierlichen Veranstaltung fest. Nicht so klar war, welchen Schwenk die Redner und Laudatoren nehmen würden. Energie-Vordenker und Ex-EUROSOLAR-Präsident Hermann Scheer (1944-2010) hatte es kurz vor seinem Tod noch vorgezogen, die Grundunterscheidung des Politischen zu präsentieren.
In seiner legendären Rede zur Unterscheidung von Freund und Feind der erneuerbaren Energien wurde es grundsätzlich, und der Politik-Altmeister gab sich kämpferisch. Dieses Jahr wirkten die Botschaften vor allem versöhnlich, die von der Preisverleihung ausgehen.
Die Auszeichnungen wurden von Dr. Axel Berg, Vorsitzender von EUROSOLAR Deutschland, Dr. Simone Peter, Umweltministerin des Saarlandes, und Jo Leinen, Mitglied im Europäischen Parlament verliehen. Die Laudatio hielt Bernward Janzing, Buchautor und freier Journalist.
Dr. Axel Berg hob in seiner Ansprache hervor, dass alle Preisträger eine Vorbildwirkung haben, um das Umsteuern von fossilen und atomaren Energien auf die Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien zu beschleunigen. “Dass dies nicht nur eine Vision ist, sondern praktiziert wird, haben nicht nur die heute Ausgezeichneten, sondern zahlreiche Bewerbungen nachgewiesen, die ebenfalls auf klassischen und auf originellen Wegen Lösungen finden, um die Energiewende voranzutreiben.”
Umweltministerin Dr. Simone Peter erinnerte daran, dass die erste Solarpreisverleihung im Jahr 1994 in Saarbrücken stattfand. “Es ist sehr erfreulich, dass sich seitdem immer mehr Kommunen, Unternehmen, Vereine, Initiativen aber auch einzelne Personen für eine nachhaltige Energieversorgung einsetzen. Es zeigt, dass die Energiewende von vielen Akteuren lokal und regional mitgetragen wird.”