Photovoltaik 2011
Neuer Rekord aufgestellt
Wer hätte das gedacht? Die Gesamtleistung der 2011 in Deutschland neu gebauten Photovoltaik-Anlagen übertrifft das alte Rekordjahr 2010.
Berechnungen der Bundesnetzagentur zufolge gingen 2011 Anlagen mit einer Leistung von 7.500 Megawatt ans Netz. 2010 waren es 7.400 Megawatt. Allein im Dezember soll mehr als ein Drittel der Leistung angeschlossen worden sein: 3.000 Megawatt in einem Monat – auch das ist neuer Rekord. Die alte Monatsbestleistung lag bei 2.100 Megawatt und wurde im Juni 2010 aufgestellt.
Doch es gibt die eine oder andere Parallele zwischen der Jahresendrallye und dem Solarboom im vorletzten Sommer. Genau wie zum 1. Juli 2010 sinkt auch zum ersten Januar 2012 die Einspeisevergütung für den Strom aus Sonnenenergie. Vor allem Häuslebauer wollten offenbar noch schnell ans Netz, um die maximalen Vergütungssätze zu erhalten.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) zeigte sich laut Medienberichten erfreut über den unerwartet raschen Ausbau der erneuerbaren Energien und sprach von „Schlusskaufreaktionen“ bei den Bürgern. Jene Schlusskaufpanik sei vor allem bedingt durch die nicht enden wollende Diskussion um weitere Kürzungen.
Tatsächlich hatte beispielsweise der Chef der „Freien Demokratischen Splittertruppe“ (FDP), Philipp Rösler, erst im Dezember wieder den so genannten Deckel – also die absolute Begrenzung der Solarförderung – ins Spiel gebracht.
Doch die Logik der Solarförderung ist eine andere: Je mehr Solaranlagen ans Netz gehen, desto tiefer sinken die Vergütungssätze für neue Anlagen. Gegenfinanziert wird die Vergütung durch eine Umlage, die letztlich auf der Stromrechnung aller Verbraucher landet und derzeit bei etwas mehr als 3,5 Cent liegt und weder in diesem noch im nächsten Jahr merklich steigt. Erst diese Woche kam eine Umfrage heraus, demnach die Bundesbürger sogar bereit sind, mehr für die Energiewende zu zahlen.