Reaktionen

So unterschiedlich kommt der EU-Energiefahrplan an

Auf die Vorschläge aus dem europäischen “Energiefahrplan 2050″ hat die Bundesregierung noch keine einheitliche Antwort gefunden. Kein Wunder.

Bis 2050 soll der CO2-Ausstoß europaweit um 80 bis 95 Prozent sinken. So steht es im von EU-Energiekommissar Günther Oettinger vorgestellten Fahrplan. Was im Jahr 2050 aber noch verbrannt werden soll – unklar. Die maximale Fördermenge an Erdöl ist laut mehrerer Analysen bereits überschritten. Es geht also zur Neige. Wie lange es noch Kohle gibt zum Verbrennen wird höchst uneinheitlich von Wissenschaftlern bewertet.

Dennoch hat sich noch niemand gewundert, dass Günther Oettinger munter über das Jahr 2050 spricht. Dementsprechend humorfrei sind auch die Reaktionen aus den verschiedenen Bundesministerien.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Noch-FDP-Chef (Stand: 16. Dezember, 6.30 Uhr), Dr. Philipp Rösler: “Mit Ihrer Energie-Roadmap 2050 bewegt sich die Europäische Kommission in eine ähnliche Richtung wie Deutschland mit seinem Energiekonzept. Die Kommission hat Recht, dass die Fördersysteme für Erneuerbare Energien effizienter ausgestaltet werden müssen. Deshalb müssen wir uns nun der Aufgabe stellen, sie stärker an den Markt heranzuführen. Erneuerbare Energien müssen zunehmend an kostengünstigen Standorten konzentriert werden. Wir müssen einen stärker europäischen Ansatz verfolgen. Dazu sind der Ausbau und die Modernisierung der nationalen und grenzüberschreitenden Netze zwingend. Hier sind jedoch in erster Linie die Unternehmen gefragt.”

Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen interpretierte Oettingers Reiseplan hingegen nach dem Motto: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz rechnen sich auch für Europa. „Um seine Klimaziele zu erreichen, muss Europa stärker als bisher auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz setzen. Das ist für mich die zentrale Botschaft des EU-Energiefahrplans 2050.“

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